Elektrisches Fliegen - die Zukunftsperspektive
Anfang 2025 gab die chinesische
Zivilluftfahrtbehörde CAAC be-
kannt, das viersitzige Elektromotor-
flugzeug Ruixiang RX4E nach der
CCAR-23 zugelassen zu haben.
Die Zulassungsvorschrift entsprä-
che der FAA Part 23, bzw. der eu-
ropäischen EASA CS23. Fakt ist
allerdings, dass bis heute noch
kein Abgleich der unterschiedlichen
Vorschriften erfolgt ist. Ruixiang, so
heißt es, arbeite bereits seit 2019
an dem Flugzeugprojekt. Ruixiang
hatte bereits 2024 sowohl seinen
Zweisitzer als auch seinen Viersit-
zer auf der AERO gezeigt und prä-
sentiert. Der Viersitzer RX4 wurde
Foto: Ruixiang
Sirius Aviation wandert als Stellar Aircraft in die USA ab
Bild: Stellar Aircraft
Südkoreas Industrie sucht Anschluss mit High-Tech eVTOLs
Bild: Vspace
Schweizer Viersitzer Smartflyer auf dem Sprung in den Markt
Bild: M.Jegerlehner
Sonderbare 25 Millionen Euro für Batterieforschung aufgetaucht
Foto : MEET
AERO 2025 punktet durch noch mehr Aussteller
Bild: fairnamic
Foto: H55
Englisch-schweizerische Zusammenarbeit für die Elektroluftfahrt
Foto: Beta
Foto: Airbus
Vorläufige Ruhepause für City Airbus-Projekt Next Gen
Chinesischer E-Viersitzer durch Chinas CAAC zugelassen
allerdings in einer Kolbenmotorva-
riante und Wasserstoffbetrieb
gebracht. In diesem Jahr wolle
man erneut die AERO beschicken.
Es stellt sich dabei die Frage, ob
es zu einem Kontakt zwischen bei-
den Behörden kommt. Auf dem
Automobilsektor klappt die Zusam-
menarbeit bereits sehr gut. Die
Angaben die der Hersteller zu sei-
nem Flugzeug macht sind aller-
dings noch sehr dürftig. Das Flug-
zeug habe ein Abfluggewicht von
1260 kg und verfüge über eine
elektrische Leistung von 140 kW.-
Leider noch zu spärlich für westli-
che Kunden.
Das Schweizer Startup Sirius Avia-
tion unter Führung von CEO Ale-
xey Popov hat seinen Firmensitz
von Baar nach Delaware/USA ver-
legt. Gleichzeitig hat man sich den
neuen Namen Stellar Aircraft zuge-
legt. Das Entwicklungsunterneh-
men beabsichtigt ein eVTOL ähn-
lich wieLilium mit Impellern zu ent-
wickeln. Doch bislang brillierte das
Unternehmen eher nur mit großar-
tigen Ankündigungen, die die zum
Teil erflogenen Daten anderer Her-
steller weit in den Schatten stellen
würden. Nach Darstellung von Po-
pov habe man den Wandel vollzo-
gen, um ins Herz der amerikani-
schen Luftfahrtindustrie zu stoßen,
um von dort aus besser an wich-
tige Kunden, Partner und Lieferan-
ten leichter heranzukommen. Al-
lerdings soll das Schweizer Büro
auch weiterhin wichtiger Knoten-
punkt zur Unterstützung globaler
Operationen bleiben. Für Februar
hat man einen innovativen Was-
serstofftank angekündigt. Man
habe sorgfältig einen vertrauens-
würdigen Auftragnehmer ausge-
wählt, um diese entscheidende
Entwicklungsphase einzuleiten.
Schon im Juni 2025 wolle man
den fliegenden Demonstrator des
Stellar Jet enthüllen. www.stellar-
aircraft.com
Vier Jahre nach der ersten Vorstel-
lung auf der CES 2020 hat Super-
nal auf der diesjährigen Tech-
Show in Las Vegas (7.-10.1.2025)
sein erstes eVTOL-Flugzeugkon-
zept – S-A2 – vorgestellt. Das
Flugzeug mit Pilot und vier Passa-
gieren soll laut Supernal 2028 in
Betrieb genommen werden. Dank
der verteilten Antriebe, so der CTO
von Hyundai Motor Group, werde
Supernals eVTOL so leise wie eine
Spülmaschine sein. Mit ähnlichen
Attributen wartet nun auch eine
weitere koreanische Firma auf.
Vspace möchte neben den ande-
ren Mitbewebern im K-Pavilion
ernst genommen werden. Das Un-
ternehmen hat sich ebenfalls auf
die Herstellung eVTOL speziali-
siert. Vspace eVTOLs sind darauf
ausgelegt, Mobilitätslösungen für
die letztens Kilometer für Güter
und Passagiere zu unterstützen
und positionieren das Unterneh-
men als führenden Anbieter nach-
haltiger Lösungen für die städti-
sche Luftmobilität. Die beiden
wichtigen Muster sind die VS-300
und die VS-200. Kasachstan und
die VAR sind erste Kunden, nach-
dem das Unternehmen seine Fäh-
igkeiten auf dem Air Taxi World
Congress 2024 in London im Flug
vorführte. www.vspace.com
Mehr im Stillen arbeitete der
Swiss-Pilot Rolf Stuber an der Idee
einer viersitzigen Einmot fortschritt-
licher Prägung noch im Cockpit
des Airbus. Aufgrund der seinerzeit
nicht verfügbaren Batterien hoher
Leistungsdichte wie heute, ent-
stand vorab eine reine Hybrid-Va-
riante, die über Pufferbatterien ge-
speist von einem Rotax-Flugmotor
konstanten Strom an einen im
Heckleitwerk sitzenden Elektromo-
tor abgibt. Das hat den Vorteil,
dass besonders zwei der vier In-
sassen eine Sicht wie aus einem
Helikopter haben. Alles machbar
aus heutiger Sicht, dank moderner
Faserverbundwerkstoffe. Wegen
seiner Hauptjobs streckte sich das
Projekt. Doch nun kurz vor dem
geplanten Erstflug möchte Stuber
nicht mehr alleine werkeln. Reine
Batterie- und Brennstoffzellenvari-
anten sind angesagt. Er kann sich
sogar eine Art Industriepartner-
schaft vorstellen. Flugzeuge dieser
Kategorie sind gefragt, denn noch
haben die traditionelle Anbieter
nichts Äquivalentes anzubieten.
Solche Entwicklungen kosten Zeit.
Es gibt keinen günstigeren Ein-
stieg, der zu gleichen Preisen wie
mit einem Verbrenner-Triebwerk
machbar ist. www.smartflyer.ch
Ausgerechnet der Bundeslandwirt-
schaftsminister Cem Özdemit hat
nun im Namen des BMBF in seiner
kurzeitigen Doppelfunktion 25 Mil-
lionen Euro in den verwinkelten
Ecken des Forschungsministeri-
ums entdeckt. Diese sollen unmit-
telbar freigegeben werden. Es ist
offiziell die Rede von einer „Über-
brückungsfinanzierung die Rede.
Mit dem Geld sollen bewilligungs-
fähige Projekte zur Batterieforsch-
ung freigegeben werden. Die ehe-
malige Ministerin wusste scheinbar
des Öfteren nicht, was in ihrem Mi-
nisterium so passiert. Der integere
Minister kündigte an sofort alle vor-
liegenden bewilligungsfähigen Pro-
jekte in der Batterieforschung auf
den Weg zu bringen. „Mit der
Überbrückungsfinanzierung er-
möglichen wir Kontinuität in der
Batterieforschung. Mit Mitteln des
BMBF werden wir die dringendsten
Projekte angehen“, so Özdemir
weiter. „So senden wir ein Signal
der Verlässlichkeit. Eine neue Re-
gierung muss daran anknüpfen.“
Der im vergangenen Jahr zusam-
mengestrichenen Batterieforsch-
ung misst Özdemir eine große Be-
deutung zu. „Die Batterie ist der
Schlüssel, um die Welt von mor-
gen mitzugestalten.“ www. mbf.de
Die 31. AERO vom 9. Bis 12. April
im Frühjahr spiegelt die gesamte
Bandbreite der Allgemeinen Luft-
fahrt wider, vom Luftsportgerät bis
zum Businessjet. Diese Mischung
unterschiedlicher Bereiche der
Luftfahrt ist auf einer Messe einzig-
artig und ist eine Stärke der AERO.
Die Allgemeine Luftfahrt kann auf
ein erfolgreiches Jahr zurückbli-
cken und geht mit Optimismus in
das neue Jahr. Der Bedarf an
Cockpit-Nachwuchs bei Airlines
und Luftfahrtunternehmen auf der
ganzen Welt sorgt für eine gute
Auslastung der Flugschulen und
für einen hohen Bestelleingang bei
den Herstellern von Schulflugzeu-
gen. Aber auch die private Nach-
frage nach ein- und zweimotorigen
Reiseflugzeugen ist trotz aller Kri-
sen global auf einem guten Nive-
au. Die Voraussetzungen für eine
erfolgreiche AERO 2025 sind da-
mit gegeben. Die Drohnen ziehen
von Halle A2 in die Halle B4 um.
Und Aussteller aus der Geschäfts-
luftfahrt werden in den Hallen A2,
A3 sowie in dem erstmalig errich-
teten, spektakulären Business Avi
ation Dome im Static Display opti-
male Bedingungen für ihre Pro-
dukt- und Dienstleistungspräsenta-
tionen vorfinden. www.aero-
expo.com
H55, Schweizer Spezialist für An-
triebs- und Batterie-Management-
systeme arbeitet neuerdings mit
dem englischen Pionier für Ladelö-
sungen für Elektroflugzeuge. Mit
einem Memorandum of Understan-
ding (MOU) haben beide Firmen
einen Vertrag unterzeichnet, um
gemeinsam die Elektroluftfahrt vor-
anzutreiben. Durch die Kombina-
tion der Expertise von H55 in der
Elektroluftfahrttechnologie mit den
robusten Ladenetzen von Aerovolt
wollen die beiden Unternehmen
die Einführung nachhaltiger Luft-
fahrtlösungen weltweit beschleuni-
gen. Die Zusammenarbeit konzen-
triert sich auf eine durchgängige
Ausbildung für Elektropiloten: Ein-
führung der ersten vollelektrischen
Ausbilungs-programme für die Pri-
vatpilotenlizenz (PPL) mit einer
umfassenden und zuverlässigen
Ladeinfrastruktur an regionalen
und lokalen Flughäfen. Weiter
geht es um die schnelle Bereitstel-
lung der öffentlichen Ladestatio-
nen von Aerovolt für Elektroflug-
zeuge, mit über 250 Standorten in
der Entwicklung weltweit, darunter
in den USA, Europa und Austra-
lien. Sowohl H55 als auch Aerovolt
verwenden die am weitesten ver-
breitete Ladetechnologie CCS.
www.h55.ch
eVTOL-Hersteller will zwischen zwei Städten in Norwegen testen
Norwegen wird dieses Jahr Fracht-
flüge mit von Beta Technologies
entwickelte eVTOLs zwischen den
Küstenstädten Bergen und Stavan-
ger zu testen. An dem Vorhaben
sind die norwegische Zivilluftfahrt-
behörde, der Flughafenbetreiber
Avinor, der Entwickler von Elektro-
flugzeugen Beta und Bristow AS –
die lokale Tochtergesellschaft des
Hubschrauberbetreibers Bristow
Group – beteiligt. Zunächst werden
die Partner zusammenarbeiten, um
ein Betriebskonzept für den Fracht-
transport zu entwickeln, mit dem
Ziel, in der zweiten Hälfte des Jah-
res 2025 in einer „regulatorischen
Sandbox“ in Norwegen Testflüge
durchzuführen. Laut Avinor werden
die Testflüge zwischen Bergen und
Stavanger stattfinden, die etwa 85
Seemeilen (155 km) voneinander
entfernt an der Westküste Norwe-
gens liegen. Bristow hat an beiden
Standorten Stützpunkte, die die
Offshore-Öl- und Gasindustrie be-
dienen. Verkehrsminister Nygard
sagte, die Vereinbarung zeige,
dass Norwegen „ein attraktiver
Markt für die frühzeitige Einführung
neuer Technologien“ sei. Unklar ist
noch, welches der von Beta entwi-
ckelten Typen zuerst getestet wer-
den soll. www.beta.team
Nach vorzeitigem Aus von Boeings
eVTOL-Projekt Passenger Air Ve-
hicle (PAV) IT1, ist man mit seiner
Tochterfima Wisk, zwar noch am
Ball, doch auch um das viersitzige
autonome VTOL ist es still gewor-
den. Die Probleme sind unbe-
kannt. Offen hingegen gibt sich
Airbus Helicopters, die zwar 2022
in Donauwörth ein eigenes Test-
zentrum aufzubauen begonnen
hatten, jetzt aber nach dem letzt-
jährigen Erstflug die begonnene
Flugerprobung beschlossen ha-
ben, voraussichtlich diese nur
noch dieses Jahr fortführen. Der
CityAirbus NextGen, wird aber
nicht total auf Eis gelegt. Wie eine
schlafende Libelle am Flussufer
wird er dann in einer Halle einge-
mottet, bis leistungsstärkere Batte-
rien zur Verfügung stehen. Mit die-
sem Problem steht aber Airbus
aber nicht alleine da. Viele der Mit-
bewerber blieben bereits auf der
Strecke. Schlussendlich scheiter-
ten auch Volocopter und Lilium an
den Batterien, auch wenn Letztere
durch frisches Geld wieder auf die
Beine kam. Auch die Donauwör-
ther mussten erkennen, dass 100
km Reichweite einfach das Mini-
mum darstellen und dazu kommen
noch die geforderten Sicherheiten.
www.airbus.com